Drucken

Sonnige Aussichten: Das eigene Kraftwerk auf dem Dach

Die Vorräte an fossilen Energieträgern gehen zur Neige: Erdgas, Erdöl und Kohle stehen zum Teil nur noch für einige Jahrzehnte in ausreichender Menge zur Verfügung. Atomkraftwerke sind politisch mehr als umstritten. Bei der Suche nach Alternativen haben Techniker schon vor längerer Zeit die Sonne als Energiespender entdeckt. Sie schickt uns über das Jahr gesehen immerhin die 15.000-fache Energiemenge auf die Erde, die die Menschheit zur Zeit verbraucht.

Nach einem ersten, eher zaghaften Anlauf – angestoßen durch die Ölkrise Anfang der 70er Jahre – die Sonnenenergie zu nutzen, boomt die Solar- und Photovoltaikbranche mittlerweile. Auch große Mineralölfirmen und die Energieversorger befassen sich neuerdings intensiv mit der Nutzung von Sonnenenergie.

 

Strom und Wärme von der Sonne

Im Gegensatz zu konventioneller Energieproduktion ist Sonnenenergie abgasfrei, geräuschlos und umweltfreundlich. Für die Nutzung werden zwei unterschiedliche Systeme angeboten. Photovoltaikanlagen und Solarthermieanlagen. Photovoltaikanlagen wandeln Sonnenenergie in Elektrizität um. Solarthermie ist dagegen ein System, dass die Wärme aus der Sonnenergie auf ein geschlossenes System überträgt und zum Heizen und zur Wassererwärmung genutzt wird.

 

Politische Schützenhilfe

Um die Gewinnung alternativer Energien zu fördern, haben sich die Politiker einiges einfallen lassen. Solarthermie- und Photovoltaikanlagen werden durch diverse Programme des Bundes, der Länder und der Kommunen gefördert. So regelt zum Beispiel das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die Abnahme und Vergütung von Strom aus regenerativen Energiequellen. Bei Sonnenschein kann der zuviel produzierte Strom in das Netz gespeist, bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter diesem wiederum Strom entnommen werden. Gemäß dem EEG sind Stromnetzbetreiber verpflichtet, Solar-Strom abzunehmen und zu vergüten.

 

Förderungen

Erneuerbare Energien sind zukunftsweisend - und werden deshalb staatlich unterstützt. Profitieren auch Sie von dieser Unterstützung und sichern Sie sich durch die Installation einer Solaranlage attraktive Förderprämien.

 

Installation nur vom Fachmann

Bei der Installation von Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen ist das Fachwissen des Dachdeckerbetriebs gefragt. Nur wenn die Anlagen fachgerecht angebracht wurden, ist eine optimale Energiegewinnung garantiert. Bei Solaranlagen ist eine Indachmontage, also eine in die Dachfläche integrierte Anlage, eine Aufdachmontage oder eine Einbindung in die Fassade möglich. Ebenso wie die Photovoltaikanlage sollte eine Solarthermieanlage idealerweise gegen Süden ausgerichtet sein und einen Winkel zwischen 20° und 50°  haben. Auch mit Ausrichtungen gegen Süd-Ost oder Süd-West werden noch gute Erträge erzielt.

Zur Gestaltung bieten sich verschiedene Bauarten in Dach und Fassade an. Bei Steildächern ist eine Aufdachmontage oder, was sich insbesondere bei Neubauten oder Neudeckungen anbietet, eine Dachintegration, als ganze Fläche oder als Solardachziegel, möglich. Die Dachintegration übernimmt neben der Stromerzeugung auch die Schutzfunktion und ersetzt damit die konventionelle Dachdeckung. Bei Flachdächern ist eine Aufständerung anzuraten, denn die Anlage steht idealerweise in einem Winkel von 30° zu der Horizontalen. Aber auch bei Flachdächern kann die Anlage in die Dachabdichtung integriert werden. Gegebenenfalls ist dann eine größere Fläche erforderlich, um genügend Ertrag zu erzielen. Bei allen Möglichkeiten der Gestaltung ist es wichtig, dass die Anlage nicht durch Bäume, benachbarte Gebäude, Antennen oder ähnliches beschattet wird, denn dies bringt Energieverluste mit sich.

Festzuhalten gilt: Ob Photovoltaik- oder Solarthermie, eine Anlage, die Sonnenenergie nutzt, ersetzt kostbare Rohstoffe und bringt den Hausbesitzer einer kostengünstigen und unabhängigen Energieversorgung ein gutes Stück näher.